
NEUSEELAND IST ĂBERALL â ODER?
Die EindrĂŒcke und das Wissen aus den unterschiedlichen Begegnungen aus Neuseeland fĂŒr uns auf positive Weise nutzbar machen â aber wie?
Ein persönlicher Anfang âŠ
Hier gelandet von meiner Reise nach Neuseeland, habe ich schnell gemerkt, dass âdie Seele noch Zeit brauchtâ, um hier wieder anzukommen. Waren es doch so viele Erlebnisse und Begegnungen, die mich emotional ganz tief berĂŒhrt haben.
Der Versuch, diese EindrĂŒcke alle zu sortieren und auf den Punkt zu bringen â mal wieder typisch ⊠â ist klĂ€glich gescheitert! Es war einfach eine FĂŒlle!
Nach einer Woche zuhause bin ich von meinen Kolleginnen an meiner Arbeitsstelle so herzlich und freundlich begrĂŒĂt worden, dass ich schon dachte: âBin ich doch noch in Neuseeland?!â
Und bei der Frage nach den Erlebnissen bin ich dann immer wieder so sehr ins SchwĂ€rmen gekommenâŠ: âAch ich wĂ€re so gerne dort geblieben â und ich glaube, meine Seele ist noch nicht ganz angekommen!â
In diesen Momenten des ErzĂ€hlens und SchwĂ€rmens habe ich schnell beobachten können, dass die Kolleginnen gegenĂŒber bald ein eher frustriertes Gesicht gemacht haben: âUnd unser Alltag âŠ!?â
Diese Momente haben mich auch tief berĂŒhrt: Das war es nicht, was ich wollte! Es geht mir keinesfalls darum, zu vermitteln, dass es dort âbesserâ ist und hier âschlechterâ!
Aber wie kann ich meine Erkenntnisse teilen und wie können wir sie gemeinsam fĂŒr uns nutzen?
In dieser Woche war ich auch beruflich in den KiTas unterwegs, z.B. zu einem PraxisgesprĂ€ch mit einer pĂ€dagogischen Fachkraft, die gerade ihre einjĂ€hrige Bildungs- und Lerngeschichten Fortbildung macht, gemeinsam mit der Einrichtungsleitung, ihrer Praxisbegleitung im Lernprozess. Auch hier die Frage: âWie warÂŽs?â
Weil ich gedanklich noch so stark mit Sortieren und Reflektieren der ersten Begegnungen hier beschĂ€ftigt war, war ich jetzt erst mal etwas verhaltener mit dem SchwĂ€rmen, habe von ein paar mir wichtigen EindrĂŒcken und Begegnungen erzĂ€hlt und habe auch erzĂ€hlt, dass ich noch so viel zu sortieren habe âŠ
Dieser erste Praxisbesuch wurde dann zum SchlĂŒsselerlebnis fĂŒr mich! Die Teilnehmerin der Fortbildung erzĂ€hlte, wie sie gestartet ist in ihrem Lernprozess ⊠â mit Beobachtungen, mit Analysen, mit Kollegialem Austausch ⊠Sie erzĂ€hlte, welche Fragen und neuen Ideen fĂŒr die gemeinsame Arbeit im Team sich bei ihr entwickelt haben und wie sich damit einen ganz entscheidenden Prozess im Team angestoĂen hat. Was sich dann seither im Team sowohl in den Arbeitsformen als auch im Miteinander verĂ€ndert hat, und dass sie darĂŒber sehr glĂŒcklich ist! Es war ein solch berĂŒhrender Moment, dass es mir ganz kalt vor RĂŒhrung ĂŒber den RĂŒcken lief und sich die GĂ€nsehaut ĂŒber meinen ganzen Körper zog.
Ich hörte mich sagen: âNeuseeland ist hier! Hier mitten in Reutlingen ist ein StĂŒck Neuseeland!â
Und mir wurde klar: Ich möchte hier nach wie vor die SchĂ€tze suchen, die uns gemeinsam berĂŒhren und weiterbringen in unserer Arbeit mit den Kindern und Familien und in unserem beruflichen Zusammenleben! Die wunderschönen berĂŒhrenden Momente im Zusammensein mit Wendy Lee, Kathryn Delany, Lynn Rupe, Margaret Carr, den OMEP-Frauen und all den neuseelĂ€ndischen pĂ€dagogischen FachkrĂ€ften wĂ€hrend der Neuseelandreise haben mir noch mehr den Blick geöffnet und geweitet, fĂŒr das, was hier schon alles aus eigener Kraft im Zusammenspiel von TrĂ€gern, Einrichtungsleitungen und Teams entwickelt wurde! Ich bin noch mehr als zuvor in der Lage, die SchĂ€tze zu finden und uns und die pĂ€dagogischen FachkrĂ€fte voller Ăberzeugung zu bestĂ€tigen und zu ermutigen, Ihren Weg mit den Bildungs- und Lerngeschichten als âloving professionalsâ gemeinsam weiter zu gehen!
Mit diesem offenen und findenden Blick bin ich weiter in meinem Alltag unterwegs: Ăberall habe ich so viele Perlen â habe ich Neuseeland â entdeckt und darĂŒber gesprochen!
Freiberuflich war ich in dieser Woche auch schon unterwegs â ein Abschlussmodul einer Bildungs- und Lerngeschichten Staffel, an der ich als Multiplikatorin fĂŒr die Bildungs- und Lerngeschichten zusammen mit einer Tandem-Kollegin mitwirke.
Die erste Frage meiner Tandem-Partnerin war: âWĂŒrdest Du heute 10 Minuten von Neuseeland erzĂ€hlen?â âNeinâ, war meine Antwort, âich möchte nichts vortragen und nicht 10 Minuten am StĂŒck ĂŒber Neuseeland erzĂ€hlen. Ich habe fĂŒr mich noch nicht alles gut sortiert und da komme ich so ins SchwĂ€rmen, dass das was wir hier tun so klein wirkt. Das möchte ich nicht! Ich möchte auch heute hier lieber auf Schatzsuche gehen! Ich verspreche, dass ich mich an jeder Stelle einklinke, an der mir irgendwie ein Eindruck aus Neuseeland aufploppt. â Das ist dann nĂ€mlich die Entdeckung einer Perle, eines Schatzes â der schon da ist! Und mein Ziel ist es, das was schon da ist, zu bestĂ€tigen und darin zu ermutigen, gemeinsam weiter zu machen!â
Ich â und ich glaube nicht nur ich â bin nach diesem Tag sehr glĂŒcklich nach Hause gefahren: Ich habe ganz viele Stellen zum Einklinken und ErzĂ€hlen gefunden â ganz viele Perlen, Edelsteine, SchĂ€tze!
So weit fĂŒr heute mit meinen ersten fĂŒr mich berĂŒhrenden EindrĂŒcken meiner Begegnung mit mir und der Begegnung von Neuseeland und Deutschland in meinem Arbeitsalltag!
Liebe GrĂŒĂe an alle aus der âGerman Study Groupâ
Karin Trautwein
P.S. Das Bild zu diesem Beitrag ist mein Lieblingsbild aus den âbotanischen SchĂ€tzenâ von Neuseeland â ist das nicht ein Troll? â Smile!