Alle Beiträge von Karin Trautwein

Wusstest Du schon

Wusstest du schon,

dass die Nähe eines Menschen gesund machen, krank machen,

tot oder lebendig machen kann?

Wusstest Du schon,

dass die Nähe eines Menschen gut machen,

böse machen,

traurig und froh machen kann?

Wusstest Du schon,

dass das Wegbleiben eines Menschen sterben lassen kann,

dass das Kommen eines Menschen wieder leben lässt?

Wusstest Du schon,

dass die Stimme eines Menschen

einen anderen Menschen wieder aufhorchen lässt,

der für alles taub war?

Wusstest Du schon,

dass das Wort oder Tun eines Menschen wieder sehend machen kann,

einen der für alles blind war,

der nichts mehr sah,

der keinen Sinn mehr sah in dieser Welt und in seinem Leben?

Wusstest Du schon,

dass das Zeit haben für einen Menschen mehr ist als Geld,

mehr als Medikamente,

unter Umständen mehr als eine geniale Operation?

Wusstest Du schon,

dass das Anhören eines Menschen Wunder wirkt,

dass das Wohlwollen Zinsen bringt,

dass ein Vorschuss an Vertrauen hundertfach auf uns zurückkommt?

Wusstest Du schon, dass Tun mehr ist als Reden?

Wusstest Du das alles schon?

Wusstest Du auch schon,

dass der Weg vom Wissen über das Reden zum Tun unendlich weit ist?

(Dichter und Pfarrer Wilhelm Willms)

… habe ich gerade wieder mal gelesen – 😀😀😀!!!

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NEUSEELAND IST ÜBERALL – ODER?

Die Eindrücke und das Wissen aus den unterschiedlichen Begegnungen aus Neuseeland für uns auf positive Weise nutzbar machen – aber wie?

Ein persönlicher Anfang …

Hier gelandet von meiner Reise nach Neuseeland, habe ich schnell gemerkt, dass „die Seele noch Zeit braucht“, um hier wieder anzukommen. Waren es doch so viele Erlebnisse und Begegnungen, die mich emotional ganz tief berührt haben.

Der Versuch, diese Eindrücke alle zu sortieren und auf den Punkt zu bringen – mal wieder typisch … – ist kläglich gescheitert! Es war einfach eine Fülle!

Nach einer Woche zuhause bin ich von meinen Kolleginnen an meiner Arbeitsstelle so herzlich und freundlich begrüßt worden, dass ich schon dachte: „Bin ich doch noch in Neuseeland?!“

Und bei der Frage nach den Erlebnissen bin ich dann immer wieder so sehr ins Schwärmen gekommen…: „Ach ich wäre so gerne dort geblieben – und ich glaube, meine Seele ist noch nicht ganz angekommen!“

In diesen Momenten des Erzählens und Schwärmens habe ich schnell beobachten können, dass die Kolleginnen gegenüber bald ein eher frustriertes Gesicht gemacht haben: „Und unser Alltag …!?“

Diese Momente haben mich auch tief berührt: Das war es nicht, was ich wollte! Es geht mir keinesfalls darum, zu vermitteln, dass es dort „besser“ ist und hier „schlechter“!

Aber wie kann ich meine Erkenntnisse teilen und wie können wir sie gemeinsam für uns nutzen?

In dieser Woche war ich auch beruflich in den KiTas unterwegs, z.B. zu einem Praxisgespräch mit einer pädagogischen Fachkraft, die gerade ihre einjährige Bildungs- und Lerngeschichten Fortbildung macht, gemeinsam mit der Einrichtungsleitung, ihrer Praxisbegleitung im Lernprozess. Auch hier die Frage: „Wie war´s?“

Weil ich gedanklich noch so stark mit Sortieren und Reflektieren der ersten Begegnungen hier beschäftigt war, war ich jetzt erst mal etwas verhaltener mit dem Schwärmen, habe von ein paar mir wichtigen Eindrücken und Begegnungen erzählt und habe auch erzählt, dass ich noch so viel zu sortieren habe …

Dieser erste Praxisbesuch wurde dann zum Schlüsselerlebnis für mich! Die Teilnehmerin der Fortbildung erzählte, wie sie gestartet ist in ihrem Lernprozess … – mit Beobachtungen, mit Analysen, mit Kollegialem Austausch … Sie erzählte, welche Fragen und neuen Ideen für die gemeinsame Arbeit im Team sich bei ihr entwickelt haben und wie sich damit einen ganz entscheidenden Prozess im Team angestoßen hat. Was sich dann seither im Team sowohl in den Arbeitsformen als auch im Miteinander verändert hat, und dass sie darüber sehr glücklich ist! Es war ein solch berührender Moment, dass es mir ganz kalt vor Rührung über den Rücken lief und sich die Gänsehaut über meinen ganzen Körper zog.

Ich hörte mich sagen: „Neuseeland ist hier! Hier mitten in Reutlingen ist ein Stück Neuseeland!“

Und mir wurde klar: Ich möchte hier nach wie vor die Schätze suchen, die uns gemeinsam berühren und weiterbringen in unserer Arbeit mit den Kindern und Familien und in unserem beruflichen Zusammenleben! Die wunderschönen berührenden Momente im Zusammensein mit Wendy Lee, Kathryn Delany, Lynn Rupe, Margaret Carr, den OMEP-Frauen und all den neuseeländischen pädagogischen Fachkräften während der Neuseelandreise haben mir noch mehr den Blick geöffnet und geweitet, für das, was hier schon alles aus eigener Kraft im Zusammenspiel von Trägern, Einrichtungsleitungen und Teams entwickelt wurde! Ich bin noch mehr als zuvor in der Lage, die Schätze zu finden und uns und die pädagogischen Fachkräfte voller Überzeugung zu bestätigen und zu ermutigen, Ihren Weg mit den Bildungs- und Lerngeschichten als „loving professionals“ gemeinsam weiter zu gehen!

Mit diesem offenen und findenden Blick bin ich weiter in meinem Alltag unterwegs: Überall habe ich so viele Perlen – habe ich Neuseeland – entdeckt und darüber gesprochen!

Freiberuflich war ich in dieser Woche auch schon unterwegs – ein Abschlussmodul einer Bildungs- und Lerngeschichten Staffel, an der ich als Multiplikatorin für die Bildungs- und Lerngeschichten zusammen mit einer Tandem-Kollegin mitwirke.

Die erste Frage meiner Tandem-Partnerin war: „Würdest Du heute 10 Minuten von Neuseeland erzählen?“ „Nein“, war meine Antwort, „ich möchte nichts vortragen und nicht 10 Minuten am Stück über Neuseeland erzählen. Ich habe für mich noch nicht alles gut sortiert und da komme ich so ins Schwärmen, dass das was wir hier tun so klein wirkt. Das möchte ich nicht! Ich möchte auch heute hier lieber auf Schatzsuche gehen! Ich verspreche, dass ich mich an jeder Stelle einklinke, an der mir irgendwie ein Eindruck aus Neuseeland aufploppt. – Das ist dann nämlich die Entdeckung einer Perle, eines Schatzes – der schon da ist! Und mein Ziel ist es, das was schon da ist, zu bestätigen und darin zu ermutigen, gemeinsam weiter zu machen!“

Ich – und ich glaube nicht nur ich – bin nach diesem Tag sehr glücklich nach Hause gefahren: Ich habe ganz viele Stellen zum Einklinken und Erzählen gefunden – ganz viele Perlen, Edelsteine, Schätze!

So weit für heute mit meinen ersten für mich berührenden Eindrücken meiner Begegnung mit mir und der Begegnung von Neuseeland und Deutschland in meinem Arbeitsalltag!

Liebe Grüße an alle aus der „German Study Group“

Karin Trautwein

P.S. Das Bild zu diesem Beitrag ist mein Lieblingsbild aus den „botanischen Schätzen“ von Neuseeland – ist das nicht ein Troll? – Smile!

Kontakt

„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt“.

– Virginia Satir –

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